Was passiert bei einer MPU?

Die häufigste Ursache, warum Autofahrer zu einer MPU müssen, ist ein zu hoher Alkoholgehalt im Blut. Drogen- oder auch Temposünder sind dabei eher selten bei einer MPU zu finden. Doch was genau ist eigentlich eine MPU und wie läuft sie ab? Dies alles wollen wir in diesem Artikel klären, damit Sie wissen, was auf Sie zukommt, wenn der MPU-Termin ansteht.

Verteilung der MPU-Untersuchungsanlässe

Verteilung der MPU-Untersuchungsanlässe im Jahr 2006 (Quelle: BASt, 2007)

Die MPU Beratung ist nicht günstig

In der Regel ist ein Beratungsgespräch keine Pflicht, hilft aber ungemein, die MPU beim TÜV gut zu überstehen. Bei diesem Beratungsgespräch wird der Autofahrer auf den Test vorbereitet, damit das Ergebnis dann hoffentlich positiv ausfällt. Daher sollten sich die Betroffenen so schnell wie möglich, nach dem Entzug des Führerscheins, einen erfahrenen und kompetenten Berater suchen, damit eventuelle kritische Verhaltensweisen verändert werden können. Wer allerdings auf eine solche Beratung verzichten möchte, kann dies tun. Denn nur, wer davon überzeugt ist, kann auch entsprechend mitarbeiten.

Beratungsgespräche für die MPU sind nicht günstig. Individuelle Gespräche schlagen mit etwa 100 Euro zu Buche, bei Gruppenmaßnahmen kommen etwa 500 bis 1000 Euro auf die Betroffenen zu und bei Einzelgesprächen muss sogar mit etwa 1.000 Euro gerechnet werden. Dabei ist natürlich abzuwägen, was günstiger ist. Viele Fehlversuche und das Durchfallen bei der MPU oder einmalige Kosten und auf Anhieb die MPU positiv beenden. Einen Ratgeber zu MPU-Kosten sollte immer eingesehen werden, da es leider auch schwarze Schafe gibt, die bei Problemen anderer, viel Geld verdienen wollen.

Wie läuft die MPU ab?

Die MPU läuft eigentlich relativ locker ab und wichtig ist hier vor allem, dass man sich nicht verstellt, da genau das die Psychologen und Mitarbeiter relativ schnell merken und dies sich negativ auf den Test auswirken könnten.

  • Überprüfung der Personalien: Zuerst werden die Personalien wie auch der Zahlungseingang geprüft, bevor das Merkblatt und die Fragebögen ausgehändigt werden.
  • Ausfüllen der Fragebögen: Die Fragebögen bestehen aus einem kurzen Fragebogen zum Lebenslauf, einem Fragebogen zu Erkrankungen und zur Gesundheit allgemein und einem Fragebogen zum Thema Drogen oder Alkohol – je nach Vergehen.
  • Leistungstest: Nach dem Ausfüllen der Fragebögen geht es in der Regel mit Leistungstest weiter. Hier werden Wahrnehmung, Konzentration und Reaktion geprüft. Die erfolgt über ein Computertestgerät, wofür aber keine Computerkenntnisse notwendig sind.
  • Medizinische Untersuchung: Je nach Anlass kann die MPU aus unterschiedlichen Teilen bestehen. Bei der medizinischen Untersuchung wird eine allgemeine körperliche Untersuchung sowie eine neurologische Untersuchung durchgeführt. Zudem finden auch anlassbezogene Untersuchungen wegen Drogen oder Alkohol statt. Hier wird beispielsweise der Gesundheitszustand der Leber überprüft, indem eine Blutabnahme erfolgt. Bei einem Vergehen, bei dem Drogen im Spiel waren, wird ein Urinscreening durchgeführt. Zudem wird ein kurzes Gespräch mit dem Arzt über die Auffälligkeiten geführt. Bei einer MPU wegen zu vieler Punkte, wiederholter Geschwindigkeitsübertretung mit seinem Porsche etc., wird in der Regel nur eine einfache medizinische Untersuchung durchgeführt.
  • Psychologisches Gespräch: Das psychologische Gespräch ist in der Regel der Hauptteil der MPU und dauert etwa 45 Minuten. Hier kann der Betroffene aus seiner Sicht schildern, was passiert ist, wie die Erfahrungen sind, ob Veränderungen eingetreten sind und auch über die Vorsätze für die weitere Zukunft reden. Auch, wie in Zukunft solche Auffälligkeiten im Verkehr vermieden werden können, kann der Betroffene hier erläutern. Am Ende des Gespräches gibt der Gutachter eine kurze Zusammenfassung des Gespräches.

Hoffen und Bangen auf das Ergebnis

Etwa 14 Tagen nach der MPU kann mit Post gerechnet werden. Das schriftliche Gutachten wird dann versendet und hier steht zum einen ausführlich, was bei der Untersuchung besprochen wurde und zum anderen natürlich auch das Ergebnis der MPU.

Bei einem positiven Bescheid muss jetzt nur noch das Ergebnis bei der Führerscheinstelle vorgelegt werden, damit der Führerschein ausgehändigt werden kann.

Bei einem negativen Bescheid sollte dieser selbstverständlich nicht bei der Führerscheinstelle abgegeben werden. Der Betroffene sollte sich direkt mit seinem Berater in Verbindung setzen und alles Weitere besprechen.

Dennoch muss man vor einer MPU keine Angst haben. Das Märchen, dass besonders viele Menschen durchfallen, sollte nicht geglaubt werden. Mehr als 80 Prozent der Betroffenen schaffen die MPU beim ersten Mal, wenn sie richtig darauf vorbereitet sind.