Auto und Steuern - lässt sich der eigene Wagen von der Steuer absetzen?

Ein eigener Wagen ist sowohl in der Anschaffung als auch im Unterhalt teuer. Da lohnt es sich, nach Sparpotenzial zu schauen und zu prüfen, ob die Kosten nicht wenigstens etwas reduziert werden können. Häufig fällt dabei der Blick auf die jährliche Einkommenssteuererklärung. Ist es eventuell möglich, den Wagen oder einzelne Kostenpunkte abzusetzen? Dieser Artikel schaut sich die Thematik an und prüft die Optionen.

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Ist ein Auto von der Steuer absetzbar? Und wenn ja, in welchen Fällen?

Der Kaufpreis - absetzbar oder nicht?

Wie schön wäre es, gleich den Anschaffungspreis in der nächsten Steuererklärung angeben und absetzen zu können. Dies können jedoch nur Personen, die den Wagen als Dienstfahrzeug nutzen. Und auch dabei gibt es Einschränkungen, denn Dienstwagen lassen sich nicht auf einmal absetzen, sondern nur über mehrere Jahre. An dieser Stelle kommt das Thema Abschreibung mit ins Spiel:

  • Wirtschaftsgut - das Auto ist kein geringfügiges Wirtschaftsgut, sodass es nicht auf einmal absetzbar ist. Laut dem Einkommenssteuergesetz wird das Auto über einen Zeitraum von sechs Jahren abgeschrieben. Abschreibung - der Kaufpreis wird für die Abschreibung durch 6 geteilt. Sechs Jahre lang wird nun also ein Sechstel des Kaufpreises abgeschrieben. Für die Steuererklärung muss nun ein Anlagespiegel erstellt werden, in dem die bislang erfolgte Abschreibung dokumentiert wird. Gleichfalls steht in diesem Dokument der Restwert des Fahrzeugs.
  • Anschaffung - wer den Wagen in der zweiten Jahreshälfte kauft, kann für dieses Jahr nur eine hälftige Abschreibung vornehmen.

Es können jedoch nicht alle Fahrzeuge abgeschrieben werden. Zum einen muss das Fahrzeug zum Betriebsvermögen gehören. Halter müssen nachweisen, dass sie den Wagen überwiegend beruflich nutzen. Das ist auch aus anderen Gründen sinnvoll, denn wer den Wagen zu mehr als fünfzig Prozent beruflich verwendet, kann weitere Kfz-Kosten von der jährlichen Steuer absetzen. Da viele Dienstfahrzeuge zu gewissen Teilen auch privat genutzt werden, ist die Versteuerung von Vorteilen notwendig:

  • Gegenrechnung - die private Nutzung wird gegengerechnet, damit der Kaufpreis abgeschrieben und Kosten abgesetzt werden kann.
  • Möglichkeiten - Halter können nun ein Fahrtenbuch erstellen, um zu belegen, welche Fahrten beruflich und welche privat sind. Alternativ wird ein Prozent des Kaufpreises den Einnahmen hinzugefügt.
  • Kleinbetrag - für den Fall, dass das Fahrzeug weniger als 400,00 Euro plus Umsatzsteuer kostete, kann die gesamte Summe mit einem Schlag abgeschrieben werden.

Die im Kaufpreis enthaltene Umsatzsteuer kann natürlich von umsatzsteuerpflichtigen Selbstständigen als Vorsteuer abgesetzt werden.

Versicherungen

Bei beruflich genutzten Fahrzeugen kann die Versicherung für das Auto natürlich abgesetzt werden. Gleichfalls können Selbstständige die Kfz-Steuer in der Steuererklärung angeben. Aber wie sieht es bei Privatfahrzeugen aus? Ein Überblick:

  • Kfz-Versicherung - Privatpersonen und Arbeitnehmer haben die Möglichkeit, die Kfz-Versicherung in der Steuererklärung geltend zu machen. Das funktioniert jedoch nur, wenn der Versicherungsnehmer mit der Person des Steuerbescheids übereinstimmt.
  • Welche Versicherung - grundsätzlich ist nur die gesetzlich vorgeschriebene Kfz-Versicherung absetzbar. Das heißt, die Kosten der Haftpflichtversicherung können in der Steuererklärung angegeben werden. Wer eine Kaskoversicherung nutzt, erhält also nur einen Anteil als Ausgabe.
  • Möglichkeit - die Kfz-Haftpflicht kann auf zwei verschiedenen Wegen in die Steuererklärung einfließen. Eine Möglichkeit ist die Angabe unter den Werbungskosten. Unter diesen Punkt fallen alle Ausgaben, die wegen des Berufs entstehen. Alternativ geht der Punkt »Sonderausgaben«.

Privatpersonen sollten prüfen, welche Möglichkeit der Absetzung für sie persönlich geeigneter ist. Steuerprogramme helfen, die Werte auszurechnen, ebenso hilft natürlich ein Steuerberater.

Reparaturen und Unterhalt

Und wie sieht es mit den Reparaturrechnungen oder dem Unterhalt des Fahrzeugs aus? Hier muss wieder zwischen einem beruflich genutzten Pkw und einem Privatfahrzeug unterschieden werden. Reparaturen bei Dienstwagen, die zum Betriebsvermögen zählen, können natürlich abgesetzt werden. Bei Privatfahrzeugen sieht es ein wenig anders aus:
  • Entfernungspauschale - für den täglichen Arbeitsweg erlaubt der Staat Privatpersonen, eine Gebühr je Kilometer abzusetzen. Arbeitnehmer müssen hierzu prüfen, wie viele Kilometer sie zu ihrer Arbeitsstelle fahren. Die Entfernungspauschale wird nur je Arbeitstag genehmigt und kann nur für eine Strecke genutzt werden. Arbeitnehmer können also beispielsweise den Hinweg zur Arbeit von der Steuer absetzen.
  • Dienstreisen - wer als Arbeitnehmer mit dem Privatwagen eine rein berufliche Fahrt oder eine Dienstreise antritt, kann die hierfür anfallenden Kilometer komplett berechnen. In diesen Betrag kommt auch ein Prozentbetrag für die Kfz-Versicherung, die Kfz-Steuer und Reparaturen.
  • Zweitjob - wer mehrere Jobs ausübt, kann natürlich die Entfernungspauschale für jeden Arbeitsplatz berechnen.
  • Hohe Kosten - einige Arbeitnehmer müssen ihren privaten Wagen so häufig für berufliche Zwecke nutzen, dass die Pauschalen und Kosten die Marke von 4.500,00 Euro überschreiten. In diesem Fall sollten die Ausgaben in ein Fahrtenbuch eingetragen werden, sodass die höheren Beträge abgesetzt werden können.

Wer Kosten, die für das eigene Auto anfallen, absetzen möchte, sollte sich zumindest einmal kurz von einem Fachmann beraten lassen. Das gilt insbesondere für diejenigen, die besonders hohe Fahrtkosten haben oder die sich unsicher sind, inwieweit das Auto nicht schon als Dienstfahrzeug betrachtet werden kann. Übrigens: Bei vielen Arbeitgebern gibt es statt einer Gehaltserhöhung geldwerte Vorteile, zu denen beispielsweise auch ein Dienstwagen gehören kann. Das hat für beide Seiten steuerliche Vorteile, wird der Dienstwagen allerdings auch privat genutzt, ist das steuerpflichtig. Doch in der Regel steht auf der Gehaltsabrechnung ein höherer Nettobetrag, sodass die Arbeitnehmer von geldwerten Vorteilen profitieren.

Selbstständige müssen stets darauf achten, dass sie die entstandenen Kosten sauber dokumentieren und bestimmte Ausgaben und Anschaffungen auch im Betriebsvermögen hinterlegen. Darüber hinaus ist auf die Einhaltung der Aufbewahrungspflichten zu achten, die für Belege gelten.

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Bei der steuerlichen Entlastung ist Kalkulieren angesagt - so erlebt man keine bösen Überraschungen.

Fazit

Grundsätzlich können Kosten rund um das eigene Auto durchaus von der Steuer abgesetzt werden. Arbeitnehmer sollten niemals auf die Entfernungspauschale verzichten, denn wenn es auch nur 30 Cent je gefahrenem Kilometer sind, so summiert sich dieser Betrag in einem Jahr und schafft einen Vorteil. Inwieweit weitere Kosten absetzbar sind, sollte abgeklärt werden. Gerade hinsichtlich der Kfz-Versicherung ist es ohnehin sinnvoll, eine kurze Beratung in Anspruch zu nehmen, um zu prüfen, ob die Angabe unter Werbungskosten oder Sonderausgaben finanziell besser ist. Wer als Selbstständiger das Fahrzeug gleich als Dienstwagen anschafft und es dem Betriebsvermögen hinzurechnet, hat einen großen Spielraum an absetzbaren Kosten. Dafür muss er sich jedoch auch mit der Abschreibung befassen und diese sauber dokumentieren.

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