Vettel vs Hamilton - die Gründe für den sportlichen Abstieg!

Beim viermaligen Formel 1-Weltmeister Sebastian Vettel war in diesem Jahr nichts mehr so, wie es einmal war. Hat der Dominator das Siegen verlernt? Sein Vater Norbert Vettel sagte einmal über ihn: „Aufgeben gibt es für ihn nicht und wenn er sich etwas in den Kopf gesetzt hat, dann kämpft er wie ein Löwe“. Das hat er in dieser Rennsaison auch getan – aber ohne Erfolg. Im Gegenteil: Mit einer Doppelkollision in Aserbaidschan sorgte er für unnötige Schlagzeilen.

Sebastian Vettel Ferrari Formel 1

Nach seinem Wechsel von Red Bull zu Ferrari, hatte Sebastian Vettel nur ein Ziel: Er wollte mit dem italienischen Traditionsrennstall Formel1-Weltmeister werden. Und doch war da eine Einschränkung von Vettel, der sich nicht sicher war, ob das schon 2017 gelingt. Der Formel 1 Weltmeister von 1997, Jaques Villeneuve, traute Vettel zu, die neuen Autos, die schwieriger zu fahren sind, mehr Fitness verlangen sowie höhere Kurvengeschwindigkeiten erlauben, erfolgreich über die Rennstrecken zu bringen. Genau nur das zählt im Rennsport Formel 1: Den Boliden erfolgreich über die Ziellinie bringen. Welche Rennwagen und welche Fahrer das schaffen und am Ende Weltmeister wird, ist natürlich auch für alle Wettfreunde von Bedeutung. Denn bei den Online Buchmachern kann man auch auf Formel1 wetten.

Vettels Strafen

Aber es kam in diesem Jahr doch alles anders. Beispiel Aserbaidschan: Sebastian Vettel kam beim achten Grand Prix auf dem Stadtkurs in Baku in Aserbaidschan auf den vierten Platz. Seine WM-Führung konnte er damit um zwei Zähler aufstocken. Sein Kontrahent Lewis Hamilton kam mit seinem Mercedes hinter den Grand-Prix-Sieger Daniel Ricciardo und hinter Sebastian Vettel letztendlich auf den fünften Platz. Vettel lag mit seinen 153 Punkten mit 14 Zählern vor dem Hamilton mit 139 Punkten. Aber der Höhepunkt dieses verrückten Rennens war zweifache Kollision der beiden Rivalen in der 19. Runde. Und das kam so:

Das Feld wurde in der zweiten Safety-Car-Phase von Lewis Hamilton angeführt. Der bremste an einer Kurve heftig ab und Vettel fuhr direkt in das Heck von Hamilton und beschädigte sich dabei selbst am Boliden den Frontflügel. Auch an Hamilton Boliden gab es kleinere Schäden. Aber Vettel gab eine Beschwerde direkt über den Boxenfunk ab und machte dann eine Dummheit: Er setzte sich mit seinem Ferrari neben den Rennwagen von Hamilton, beschwerte sich gestikulierend über das Manöver von Hamilton und fuhr ihm erneut in die Seite. Vettels Strafe: Eine Zehn-Sekunden-Durchfahrtsstrafe sowie drei Strafpunkte, die aber auf dann auf den Duell-Ausgang keinen Einfluss hatten. Denn fast zur gleichen Zeit legte danach auch Hamilton mit seinem Mercedes einen Boxenstopp ein, wobei beide anschließend in das Renn-Mittelfeld zurückfielen und sich beide wieder nach vorne kämpfen mussten. Einen chronischen Konflikt wird es zwischen den zwei Titelrivalen Hamilton und Vettel sicher nicht geben. Dazu ist der gegenseitige Respekt zu groß.

Vettel hat sich später für sein absichtliches in-die-Seite-fahren in Baku bei Lewis Hamilton entschuldigt. Obwohl ihm dies offenbar schwer über die Lippen kam, denn im ersten Gespräch unmittelbar nach dem Rennen hatten, blieb eine Entschuldigung aus.

Druck bei Ferrari

Ferrari musste in der Saison 2017 einige Nackenschläge einstecken. Einmal patzte Sebastian in Singapur und in Japan und Malaysia versagte die Technik am Rennwagen, von dem Vettel behauptete, dass es das beste Auto im Feld sei. Sein Optimismus stand in klarem Kontrast zur allgemeinen Lage bei Ferrari. Denn die Misserfolge in Asien könnten ihren Ursprung in Italien gehabt haben. Denn in Monza gelang den Mercedes-Piloten Lewis Hamilton und Valtteri Bottas ein doppelter Sieg. Das war für Mercedes ein Triumph, für die anderen eine bittere Niederlage sowie der Wendepunkt in der laufenden WM-Saison.

Sebastian Vettel Ferrari Formel 1

Die Hauptschwäche der Scuderia offenbarte sich im Mercedes-Erfolg in Monza. Aber statt seine Leute zu trösten und ihnen Mut für die noch kommenden Rennen zuzusprechen, klagte Ferrari-Manager Sergio Marchionne nur an. Die Mannschaft wurde an den öffentlichen Pranger gestellt, was ein schlechtes Klima der Verunsicherung erzeugte. Nach den katastrophalen Asien-Grand Prix-Rennen legte er nach, bezichtigte die Mannschaft der Unfähigkeit und kündigte Personalveränderungen an. Ein Vorgehen, das sicher auch Sebastian Vettel verunsicherte und das er mit in die Rennen nahm. Denn erfahrungsgemäß ist Ferrari schwer zu besiegen, wenn internes Vertrauen und Ruhe herrscht. Das ist bei Ferrari nicht anders als in anderen Bereichen des Lebens: Leistungsdruck und Misstrauen verursachen Schwächen. Denn wenn es eine extreme Emotionalisierung im Renn-Team gibt, Chaos und Misstrauen herrscht und es auch noch personelle Unsicherheit gibt, dann können die „Roten“ leicht besiegt werden. Der Leistungsdruck und die hohen Erwartungen stehen auch den Fahrern im Weg.

Ob Sebastian Vettel seinen Job bei Ferrari aufgibt, kann noch niemand voraussagen. Nico Rosberg, der zurückgetretene Weltmeister, hat Vettel bei Mercedes ins Gespräch gebracht, denn sein Nachfolger Bottas hat bei den Silberpfeilen nur einen Einjahresvertrag. Hamiltons Vertrag läuft bis Ende 2018.