Autofinanzierung per Raten- oder Autokredit: Welche Variante ist die richtige?

In Zeiten niedriger Zinsen ist es heute selbstverständlich geworden, den Kauf eines Autos per Kredit zu finanzieren – das gilt für neue und gebrauchte Fahrzeuge gleichermaßen. Käufer können sich zwischen einem herkömmlichen Ratenkredit oder einem speziellen Autokredit entscheiden. Welche dieser Kreditarten ist empfehlenswerter?

Experten raten: Kredit vorab online aufnehmen

Einer Studie der GfK für den Bankenfachverband zufolge zahlen tatsächlich 59 Prozent der Autokäufer ihr Fahrzeug in monatlichen Raten ab. Überraschend dabei: Hierbei handelt es sich lediglich zu 26 Prozent um Neuwagen, während 33 Prozent auf gebrauchte Fahrzeuge entfallen. Die Kredithöhe beträgt dabei bei neuen Wagen durchschnittlich 18.000 Euro, bei Gebrauchtwagen sind es immerhin 11.000 Euro. Wer sich für eine entsprechende Finanzierung entscheidet und dabei einen Online Kredit aufnehmen will, muss lediglich zwischen Ratenkredit und Autokredit wählen.

Grundsätzlich gibt es alternativ oftmals die Möglichkeit, einen Kredit direkt über den Händler abzuschließen. Wir möchten hierauf an dieser Stelle allerdings nicht näher eingehen, da der autoverkauf Käufer so einen entscheidenden Vorteil nicht nutzen kann: Er kann beim Händler nicht als Barzahler auftreten und hat somit eine schlechtere Verhandlungsposition, wenn es um das Drücken des Kaufpreises geht.

Autokredite oft mit günstigeren Konditionen

Beim Vergleich von Raten- und Autokrediten fällt auf: Banken bieten ihren Kunden bei Autokrediten in der Regel etwas bessere Konditionen an. Der Grund hierfür liegt auf der Hand, schließlich ist der Autokredit im Gegensatz zum gewöhnlichen Ratenkredit zweckgebunden und darf ausschließlich für den Kauf eines privat genutzten Fahrzeugs verwendet werden. Als Sicherheit verlangen die Banken dabei häufig, dass der Kreditnehmer bei ihnen als Sicherheit die Zulassungsbescheinigung Teil 2, also den Fahrzeugbrief, hinterlegt. Sollte der Kreditnehmer seinen Zahlungsverpflichtungen nicht nachkommen, so fungiert sie als Pfand. Entsprechend erhält er den Fahrzeugbrief zurück, sobald der Kredit vollständig abbezahlt wurde. Zuverlässigen Kreditnehmern entsteht somit kein Nachteil, problematisch kann es lediglich dann werden, wenn das Kfz während der Kreditlaufzeit weiterverkauft werden soll. Aber: Nicht alle Banken verlangen bei einem Autokredit eine Sicherungsübereignung.

Ratenkredit für maximale Flexibilität

Bei einem nicht zweckgebundenen Ratenkredit fallen die Zinsen hingegen etwas höher aus. Aufgrund des anhaltenden Zinstiefs fallen diese Unterschiede allerdings derzeit kaum ins Gewicht. Dafür bieten Ratenkredite dem Kreditnehmer maximale Flexibilität: So bleibt nicht nur die Zulassungsbescheinigung Teil 2 in seinem Besitz, sodass ein Verkauf des Fahrzeugs jederzeit problemlos möglich ist, sondern er ist auch bei der Bestimmung der Kreditsumme wesentlich freier. Eventuell ist es sinnvoll, einen höheren Betrag als den Kaufpreis des Autos als Kredit aufzunehmen, beispielsweise als finanziellen Puffer für weitere mit dem Kauf verbundene Kosten wie die Zulassung, die Versicherung oder auch für den TÜV oder die fortlaufende Wartung des Fahrzeuges.

Bild: © istock.com/alfexe